Anrufung zu Samhain

Samhain

Ich schaue nach Innen.
Ich schaue nach aussen.
Ich suche das Licht in der Dunkelheit.
Dunkle Tage, lange Nächte.
Der erste Schnee ist schon gefallen.
 
Eine Kerze im Fenster soll Wege weisen.
Kommt meine Ahnen, kommt her zu mir.
Geladen seid Ihr, mit mir zu speisen.
Geladen seid Ihr, mit mir zu trinken.
Ehre, wem Ehre gebuehrt!
 
Hier stehe ich nun im Kreis der Alten.
Zwischen den Welten, jenseits der Zeit.
Ein helles Feuer in der Mitte.
Der Rat ist versammelt, die Weisen bereit.
Sie sind meinem Ruf gefolgt.
 
Ich grüsse Euch, meine Brüder und Schwestern!
Ich grüsse Euch, die Ihr gekommen seid!
Ich Danke Euch für Rat und Hilfe!
Ich Danke Euch für Schutz und Geleit!
So zieh ich nun weiter, jenseits der Zeit...
 
Die Alte am Fluss erwartet mich schon.
Sie wäscht die Seelen der Toten 
In den tosenden Fluten der Nacht.
Sie heilt die Seelen der Lebenden, 
Die wagen, ihr ins Gesicht zu schaun.
 
Sie gibt Kraft und Mut in der Dunkelheit.
Sie grüsst mich: “Tochter”; Ich grüsse sie: “Mutter”.
Sie hält einen Korb für mich bereit.
Ich wasche meine eigene Seele
In den tosenden Fluten der Nacht.
 
Dann ziehe ich weiter, jenseits der Zeit.
Ich lauf durch die Wälder.
Ich flieg über Felder.
Die Krähe, mein Totem, sie gibt mir Geleit.
Ich werde Sie und Sie wird Ich.
Schwarze Schwingen zwischen Dunkel und Licht.
 
Unter mir tagt der Rat der Tiere:
Wölfe heulen zum Gruss.
Falke und Adler ziehen ihre Kreise.
Die Schlange ist grad aus ihrer Haut geschlüpft. 
Der Hirsch zeigt sein prächtiges Geweih.
 
Die Grenzen sind dünn zwischen den Welten.
Geöffnet die Tore zum Feenreich.
Geister und Feen besuchen die Menschen
Und wir können jetzt zu Ihnen gehn.
Geladene Gäste aus uralten Tagen.
 
Wir dürfen wandern zwischen den Welten
jenseits der Grenzen der Zeit...
Wir dürfen wandern zwischen den Welten,
zwischen Licht und Dunkelheit...
Leben ist Tod und Tod ist Leben.


Gesegnetes Samhain Anja